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vom 11. - 15. September 2017

Beine in Lederhosen mit Stecken, © Obermaiselstein

Der Scheid rückt näher...Der Scheid rückt näher...

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Die letzten Tage vor dem Alpabtrieb sind für die Älpler besonders arbeitsintensiv. Die großen Zugschellen, der Stolz jedes Hirten, werden auf Hochglanz poliert, deren Fransen gebürstet und für die Herde werden kleine Sträuße als Kopfschmuck gebunden.
Beim Alpauszug selbst kommen viele fleißige Helfer zur Unterstützung auf die Alpe. Die Tiere werden in den Stall getrieben und angebunden. Dort tauschen die Helfer die Weidschellen gegen die geputzten Zugschellen aus. Jede Herde bekommt ihr eigenes Klangbild und jedem Alpfreund läuft ein wohliger Schauer über den Rücken, wenn eine Herde mit prächtigem Schellengeläut ins Tal und durch den Ort zieht. Zugschellen

Was für Laien nur den Eindruck von lautem Getöse hervorruft, ist für den Kenner Musik in seinen Ohren.
Je nach Entfernung vom Scheidplatz setzt sich die Herde am Tag des Alpabtriebes zu bestimmter Zeit in Bewegung. Der Viehscheid hat nicht mit Abschied zu tun - der Begriff bedeutet vielmehr, dass der Hirte die Tiere aus der Herde “scheidet” und an die Bauern zurückverteilt. In Obermaiselstein wird der Viehscheid noch in alter Manier abgehalten. Zunächst in einen großen, trichterförmigen Einschlag getrieben, kann jeweils nur ein Tier durch einen Gang am Trichterende hinausgelangen. Dort steht der Älpler und ruft die Besitzer auf, ihr Vieh abzuholen.

So sehr sich die Tiere für den Unkundigen auch ähneln mögen, der Hirte erkennt jedes Einzelne mit Sicherheit an winzigen Unterschieden, als käme es aus dem eigenen Stall. Nach getaner Arbeit heißt man die “Kollegen” aus den anderen Alpen willkommen und “huigartet” ein bißchen, bevor man gemeinsam zum Mittagessen geht. Der Tag klingt mit einem Scheidball im Festzelt zu Ehren der Alphirten und Alpmeister bei zünftiger Musik aus.